Veranstaltung zum 1. Weltweiten Tag der Wiederbelebung

Am 16. Oktober fand der 1. Weltweite Tag der Wiederbelebung statt.

Einrichtungen und Initiativen in ganz Deutschland beteiligten sich mit vielen verschiedenen Aktionen und auch der VFN war aktiv mit dabei. Für diese Veranstaltung stand dem VFN mit dem Rathaussaal in Zeven ein großzügiges Podium zur Verfügung.

Unser Verein präsentierte sich neben der Vorstellung des Projektes „Mobile Retter“, mit einer Einführung in Theorie und Praxis der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Weiterhin beteiligte sich der Apotheker Jürgen Brandt von der Alten Apotheke in Zeven an dieser Aktion und führte Blutdruck- sowie Blutzuckermessungen durch.

Zu Beginn der Veranstaltung stellte der stellvertretende Landrat, Herr Hans-Joachim Jaap, die „Mobilen Retter“ vor. Die Idee stammt aus den Niederlanden und in Deutschland wurde dieses Projekt erstmalig 2013 im Kreis Gütersloh erfolgreich eingeführt. Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand kommt es auf jede Minute an. Um Betroffene vor schweren dauerhaften Schäden durch Sauerstoffmangel zu bewahren, soll das Projekt „Mobile Retter“ auch im Landkreis Rotenburg eingeführt werden. In Deutschland erleiden jedes Jahr rund 75.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Für eine erfolgreiche Reanimation sind die ersten Minuten entscheidend. Mit Eingang des Notrufs wird durch die Rettungsleitstelle neben der Alarmierung des Rettungswagens parallel über eine Smartphone App ein „Mobiler Retter“ alarmiert. Durch die Vernetzung ist der Leitstelle bekannt, welche Person sich gerade in nächster Nähe des Unglücksortes aufhält. Diese Helfer werden bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sofort aktiv. Als „Mobile Retter“ können sich medizinisch qualifizierte Personen wie Ärzte, Rettungsdienstpersonal, Pflegekräfte, sowie einsatzerfahrene Ersthelfer aus Feuerwehren, Polizei etc. schulen lassen.

Ein weiteres wichtiges Hilfsmittel bei der Wiederbelebung ist der AED (Automatischer Externer Defibrillator).

Laut Herrn Jaap gibt es im Landkreis 138 AED, allerdings wissen nur wenige Menschen, wo diese AED im Notfall zu finden sind. Zwar ist ein Kataster auf der Homepage des Landkreises veröffentlicht, „doch hierauf wird im Notfall niemand zugreifen“, befürchtet Jaap. Außerdem seien nur 35 der 138 Geräte rund um die Uhr zugänglich. „Das muss geändert werden“, so der Zevener. Außerdem wünscht er sich einen Abgleich des Katasters mit der Wirklichkeit. Wenn es nach ihm ginge, müssten weitere AED installiert werden. So sollte laut Jaap in jedem Ort ein AED vorhanden sein, in größeren Orten mindestens einer pro 1000 Einwohner.

Die Schulung der Herz-Lungen-Wiederbelebung hat sich der VFN seit 1994 auf die Fahnen geschrieben. Dem plötzlichen Pumpversagen des Herzens folgen bereits nach wenigen Minuten irreparable Hirnschäden. Zum schadensfreien Überleben bleibt nur ein Zeitfenster von wenigen Minuten. Hilfe innerhalb so kurzer Zeit ist weder von Notärzten noch von Rettungsdiensten zu leisten, auch wegen häufig langer Anfahrtswege. Deshalb ist die Breitenausbildung der Bevölkerung unerlässlich. Mit dem Motto „Jeder auf der Welt kann ein Leben retten“ war es das Ziel dieses „1. Weltweiten Tages der Wiederbelebung“ die Menschen darauf hinzuweisen, dass JEDER mit nur wenigen Schritten sofort lebensrettende Hilfe leisten kann.

PRÜFEN – RUFEN – DRÜCKEN so lautet die einfache Formel.

Nach dem PRÜFEN der Ansprechbarkeit und Kontrolle der Atmung, erfolgt der Notruf (RUFEN). Ist die Person weder ansprechbar, noch atmet sie, ist die Herz-Druck-Massage (DRÜCKEN) die wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Wiederbelebung. Mit Hilfe des AED, den ein weiterer Helfer holen muss, kann des lebensgefährliche Kammerflimmern, das zum Pumpversagen führt, durch gezielte Stromstöße beseitigt werden.

Im Rahmen dieses Abends in Zeven gab der Verein eine Einführung in die Herz-Lungen-Wiederbelebung mit Einsatz des AED. Die Teilnehmer nutzten nach der Theorie eifrig die vorhandenen Übungspuppen, um unter Anleitung der Ausbilder des VFN das PRÜFEN – RUFEN – DRÜCKEN praktisch zu trainieren.

 

 

 

 

 

Frau Ursula Tiemann aus Sittensen berichtet, dass sie bereits vor zwei Jahren einen Kurs absolviert hat, und betont, dass sie froh ist, diese Kenntnisse zu haben. Sie war begeistert zu erfahren, wie wertvolle Zeit bei der Rettung von Menschen mit dem Einsatz der „Mobilen Retter“ gewonnen werden kann.

Es wurde inzwischen ein Antrag an den Kreistag des Landkreis Rotenburg gestellt, um das Projekt „Mobile Retter“ auch bei uns zu installieren.